Akupunktur Methoden und ihre Wirkung auf den Menschen

Akupunktur Methoden und ihre Wirkung auf den Menschen

Schon seit Jahrtausenden arbeiten die Ärzte in China mit der Akupunktur. In Europa ist diese Form der Behandlung seit etwa 50 Jahren bekannt. Neben der klassischen Methode der Akupunktur, sich Nadeln setzen zu lassen, gibt es eine Reihe von alternativen Methoden der Akupunktur. Im Gegensatz zur Behandlung mit Nadeln sind diese zum Teil sogar komplett schmerzfrei. In den folgenden Kapiteln stellen wir sowohl die Elektroakupunktur wie auch die Akupunktur durch Injektion, mit dem Laser, die Moxibustion sowie die Ohrakupunktur genauer vor. Jede für sich zeigt bei bestimmten Leiden eine Reihe von Vorteilen gegenüber den klassischen Heilmethoden der Schulmedizin.

Die Elektroakupunktur

Wie der Name schon sagt, wird bei der Elektroakupunktur Strom eingesetzt. Dabei wird der elektrische Hautwiderstand an den Akupunkturpunkten gemessen. Als Bezugspunkt gilt hier ein elektrisch leitender Gegenstand, dieser wird mit dem Patienten verbunden. Der dabei ermittelte Messwert zeigt den höchstmöglichen Hautwiderstand an. Diese Messung soll einen Überblick über mögliche Störungen im Körper liefern. Diese Störungen werden anschließend mit „Nosoden“ behandelt. Dabei handelt es sich um Substanzen, die aus „Krankheitsprodukten“ gewonnen werden. Diese Nosoden können getrunken oder gespritzt werden. Diese Behandlungsform beruht auf den Grundsätzen der Homöopathie, in der Gleiches mit Gleichem geheilt wird.

Die Injektionsakupunktur

Bei der Injektionsakupunktur kombiniert der Therapeut die traditionelle Akupunktur mit der moderneren Neuraltherapie. Diese auch als Quaddeln bekannte Behandlungsmethode arbeitet mit Mitteln aus der Lokalanästhesie. Hier werden sowohl die traditionelle chinesische Medizin (TCM) als auch homöopathische Behandlungsweisen angewandt. Um die Wirkung der Akupunktur auf den Patienten zu optimieren, werden kleine Dosen Lokalanästhetika, sowie neuraltherapeutische  oder homöopathische Lösungen in die Akupunkturpunkte injiziert. Bei dieser Methode kommen auch unterschiedliche pflanzliche Medikamente zum Einsatz.

Diese Form der Akupunktur verbessert funktionelle Erkrankungen und Störungen der Organe.  Das Prinzip beruht auf der Wechselwirkung der Hautpunkte mit bestimmten Organen. Durch die Unterspritzung der Organreaktionsfelder, von Narbenstörfeldern oder der Meridianlaufbahnen wird die Stimulation von Regulationsprozessen unterstützt. Die Injektionsakupunktur findet ihre Anwendung in der Schmerztherapie. Also bei Kopfschmerzen, Migräne, Verspannungen der Muskulatur, Achillopathie, Trigeminusneuralgie und dem sogenannten Tennisellenbogen.

Die Laserakupunktur

Wie die Nadelakupunktur lässt sich auch die Laserakupunktur gegen eine ganze Reihe von Krankheiten einsetzen. Inzwischen findet sie bei Allergien, Kopfschmerzen oder Hauterkrankungen ihre Anwendung. Die Laserakupunktur wird aber auch erfolgreich gegen Gelenkschmerzen, chronische Schmerzen oder Schlaflosigkeit genutzt. Neuerdings wurde die Laserakupunktur erfolgreich im Kampf gegen das Rauchen eingesetzt. Sie ist schmerzfrei und hinterlässt keine Schäden auf der Haut.

Wegen der hohen Energiedichte der Laserstrahlung ist es notwendig, dass der Patient eine spezielle Schutzbrille trägt. Der Umgang mit dem Laser ist nur Fachleuten vorbehalten, daher dürfen nur Ärzte und Zahnärzte mit dem Laser arbeiten. Auch Heilpraktiker können, nach einer entsprechenden Ausbildung, die Laserakupunktur anbieten.

Die Moxibustion

Moxakegel und Akupunturnadeln

Bei der Moxibustion handelt es sich um eine weitere Therapieform der Akupunktur. Dabei werden die Akupunkturpunkte mit Moxakraut erwärmt. Bei Moxakraut handelt es sich um die Heil- und Gewürzpflanze Beifuß Artemisia. Der Therapeut wendet das Moxakraut in von Form von Kegeln an, diese werden auf die Haut gesetzt und dort abgebrannt. Die Wärme entfaltet dann ihre heilende Wirkung. Oft wird das Moxakraut in Verbindung mit Salz, Knoblauch oder Ingwerscheiben verwendet, die zwischen die Haut und den Kegel gelegt werden.

Eine weitere Methode der Anwendung ist, die Schmerzpunkte des Körpers berührungsfrei zu erwärmen. Dies wird auch als indirekte Moxibustion bezeichnet. Der Arzt kann das Moxakraut auch auf Akupunkturnadeln aufspießen und dort abbrennen. Für eine breitflächige Behandlung werden sogenannte Moxaföchen oder Moxakästen verwendet.

Die Ohrakupunktur

Drei Nadeln im Ohr

Dass der ganze Mensch im Ohr „steckt“ hat schon vor gut fünfzig Jahren der französische Arzt Dr. Paul Nogier entdeckt. Er erforschte Behandlungsmethoden, bei denen durch die Behandlung am Ohr Schmerzen verschwinden sollten. Dies bescherte ihm die Erkenntnis, dass bestimmte Stellen am Ohr mit der Wirbelsäule verbunden sein müssen. Er stellte fest, dass die komplette Oberfläche des Ohrs eine Reflexzone darstellt. Durch eine Stimulation dieser Punkte reagieren die Organe des Körpers. Und das, ohne dass man sie direkt behandeln musste.

Durch die gezielte Reizung der Punkte, etwa durch Akupunkturnadeln, können Schmerzen, Störungen oder Erkrankungen an den betreffenden Organen behandelt werden. Für diese Methode der Akupunktur benutzen die Mediziner extra dünne Ohr-Nadeln. Daher ist die Ohrakupunktur nahezu schmerzfrei. Gerade bei Kindern oder sehr schmerzempfindlichen Patienten weist die Ohrakupunktur große Vorteile auf.

In den letzten Jahren wurde die Ohrakupunktur vor allem zur Rauchentwöhnung bekannt. Sie lässt sich aber auch bei der Gewichtsabnahme anwenden. Durch die Stimulation bestimmter Punkte am Ohr lässt sich eine Verminderung des Hungers oder der Lust auf Tabak erreichen. Die Ohrakupunktur ist daher in vielen Fällen Teil der erfolgreichen Antirauch- oder Abnehmtherapie geworden.

Bild: © Monika Wisniewska, © hjschneider, © Klaus Eppele – Fotolia.com

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